Konzeptund Projektziele

Das Ziel des internationalen Projekts „Holocaust in der Geschichte meiner Familie“ist es, junge Menschen aus verschiedenen Ländern zusammenzubringen, um die Erinnerung an den Holocaust zu bewahren und sie zu ermutigen, die Geschichte ihrer Familie und die Ereignisse des zweiten Weltkriegs durch das Prisma der persönlichen Wahrnehmung zu untersuchen. Das Projekt wird vom gemeinnützigen Verein Kultur-und Bildungsprojekte e.V., Berlin, der sozialen Informations-einrichtung „Werkstatt für unternehmerische Fähigkeiten und effektive Praktiken der nachhaltigen Regionalentwicklung“, Minsk, zusammen mit Partnern aus Belarus, Polen und Russland organisiert, und findet vom 1. März bis zum 31. Dezember 2020 statt.

Sechzehn junge Menschen im Alter von 14 bis 20 Jahren aus Deutschland, Belarus, Polen, Russland und der Ukraine wurden auf Wettbewerbsbasis ausgewählt. Sie stellten ihre kreativen Arbeiten zum Thema „Der Holocaust in der Geschichte meiner Familie“vor. Etwa die Hälfte von ihnen erzählte Geschichten aus ihren persönlichen Familienarchiven und Erinnerungen ihrer Verwandten, andere zeigten wissenschaftliches Interesse an diesem Thema –sie nahmen Zeugenaussagen von Nachbarn und Bekannten auf und untersuchten historische Fakten über den Genozid am jüdischen Volk während des Zweiten Weltkriegs in ihrer Region. Im August treffen sich die Teilnehmer in Minsk, um mit gemeinsamer kreativer Arbeit die Ereignisse des Holocaust, die schreckliche Erfahrung ihrer Angehörigen und Landsleute zu überdenken. Die Idee des zweiwöchigen Kreativlabors besteht darin, dass junge Menschen auf der Grundlage ihrer Wettbewerbsarbeiten etwas Neues schaffen, wie zum Beispiel ein Video über den Holocaust oder eine Installation aus Fotografien und überlieferten Artefakten aus den Kriegszeiten. Seminare und Schulungssitzungen mit eingeladenen Experten für Fotografie, Video, Poster und Text werden zur Umsetzung des kreativen Prozesses beitragen. Kurz davor treffen sich die Seminarleiter in Berlin, wo sie die allgemeine Strategie und das endgültige Programm der Veranstaltung besprechen und die Themen der Kurse festlegen. Der Ort dieser Veranstaltung wurde nicht zufällig gewählt –in Deutschlandgibt es eine hoch entwickelte „Kultur derErinnerung an den Holocaust“. Auf der Grundlage der Materialien und Artefakte, welche von den Teilnehmern im Geschichtsstudio „M.V. Lomonosov“ vorbereitet werden, wirdim November eine Ausstellung zum Gedenken an den Holocaust und zur Unterstützung des Kampfes gegen den Antisemitismus in Minsk stattfinden. Die Organisatoren glauben, dass diegemeinsame Geschichte, die mit dem Holocaust verbunden ist, und die Emotionen, die im Rahmen des Projekts erlebt werden, junge Menschen aus verschiedenen Ländern wirklich vereinen und dazu beitragen werden, historische Unterschiede und manchmal verzerrte politische Wahrnehmungen von Nachbarländern zu überwinden.Der Unterricht im Kreativ-Labor bereichert die Erfahrungen der Jugendlichen und jungen Erwachsenen: Sie lernen die Grundlagen des Gestaltens, Editieres, Verfassens von Texten usw., die ihnen in ihrem späteren Berufsleben sicherlich von Nutzen sein werden.