Statements

August 18, 2020 at 3:21 pm

Larisa Kokhanovskaya, die Autorin der Idee und Organisatorin des Projekts, Minsk:„Nach Schätzungen von Forschern waren mehr als 10 Millionen Menschen vom Holocaust betroffen. Deshalb ist es jetzt, 75 Jahre nach dem Sieg über den Nationalsozialismus, wichtig, die Aufmerksamkeit der jungen Menschen nicht nur auf die Fakten der Geschichte zu lenken, sondern sie zu ermutigen, mit ihren Familien darüber zu sprechen, wie der Holocaust sich auf sie ausgewirkt hat. Der Umstand, wie sorgfältig junge Menschen im Rahmen des Wettbewerbs die Geschichten der Vergangenheit gesammelt haben, gibt uns Zuversicht, dass wir die Erinnerung an diese schrecklichen Ereignisse für künftige Generationen bewahren können. Wir sind froh, dass das Projekt in Belarus umgesetzt wird“.

Nathan Shamsutdinov, Teilnehmer, 19, Grodno: „Ich hoffe, dass das Projekt meinVerständnisfür den Holocaust vertieft und ich neue Fakten und Geschichten entdecken werde. Vielleicht werden meine Schlussfolgerungen und Theorien bestätigt oder neue Beweise erscheinen. Ich hoffe, das Projekt mit Energie aufladen zu können, um den Holocaust weiter zu untersuchen und den Menschen davon zu erzählen“.

Alexandra Goloborodko, Künstlerische Leiterin, Berlin: „Es ist für mich interessant, miteiner internationalen Gruppe junger Menschen zu arbeiten, die einerseits durch eine gemeinsame Erinnerung verbunden sind und andererseits aus unterschiedlichen Kontexten kommen und ihre eigenen Besonderheiten dieser Erinnerung mit sich tragen. Im Kreativ-Labor werden wir die dokumentarischen Geschichten gemeinsam in eine künstlerische Form umsetzen, und dieser Such-und Reflexionsprozess kann sogar wichtiger sein als das Endergebnis“.

Ksenia Sheveleva, Teilnehmerin, 20, Moskau: „Mich interessierte am Projekt die Möglichkeit,mehr über den Holocaust zu erfahren. Dieser Wettbewerb ist eine andere Art zu verstehen, ob wir unsere Vergangenheit gut kennen. Während ich nach Fakten suchte, fragte ich bei Freunden und Bekannten, was sie darüber wissen. Leider haben viele noch nicht einmal vom Holocaust gehört. In der Atmosphäre der Zugehörigkeit und Gemeinsamkeit im Rahmen desProjektes hoffe ich, neue Menschen kennen zu lernen, denen das Thema nicht gleichgültig ist und deren Familien sich an ähnliche Geschichten wie meine eigene erinnern“.

Irina Polyakova, Organisatorin, Stiftung „Kislev“, Grodno: „Unser Wettbewerb half denTeilnehmern, die Geschichten ihrer Familien aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten und die tragischen Seiten kennen zu lernen, die man nicht einfach umblättern und vergessen kann, wie erbarmungslos das Schicksal derer, die unter die Nazi-Besatzung fielen, verstümmelt wurde. Wer heute überlebt hat, erzählt in der Regel selten davon -zu schmerzhaft sind die Erinnerungen. Die zum Wettbewerb eingesandten Arbeiten zeigen, dass es den jungen Menschen gelungen ist, diese Barriere zu überwinden, die Wahrheit über die tragische Vergangenheit zu erfahren und den Großeltern zu zeigen, wie wichtig diese Erinnerungen für sie sind“.

OleksiyKoval, Teilnehmer, 19, Mykolajiw: „Mein Vater ist ein ukrainischer und jüdischerPatriot, meine Ansichten und Interessen decken sich mit seinen, wir sind Co-Autoren vieler wissenschaftlicher Arbeiten und Artikel. Zurzeit schreibt er das Buch „Die Presse der Ukraine über Juden“, und seine beiden Bücher „Lubny“und „Juden in den Jahren 1906-1914“sind bereits erschienen. Ich bin sehrinteressiert an Israels Herangehensweise an die Holocaust-Untersuchungen, an der Frage der Vergeltung und Rechtsprechung bezüglich seiner Ideologen und Vollstrecker. Durch das Projekt „Der Holocaust in der Geschichte meiner Familie“hoffe ich, Antworten auf diese und andere für mich sehr wichtige Fragen zu erhalten.

 
 

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